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Johannes Ockeghem, Missa Caput graindelavoix Glossa GCDP32101
Unter den Messen Ockeghems steht die klanglich äußerst ungewöhnliche Missa "Caput" (ca. 1450) in dem Ruf eines noch unreifen Werkes. Spätere Schöpfungen des Meisters zeigen differenziertere Mittel, und stellen den Interpreten vielleicht nicht vor so große Rätsel. Die Musiker scheinen hinsichtlich der Bewertung dieser wohl frühesten erhaltenen Messkomposition von Ockeghem anderer Meinung zu sein. Gerade die Missa Caput ist mit CD- Einspielungen vertreten, die zu den überzeugendsten Ockeghem-Interpretationen zählen. Ein ausgezeichntes Beispiel ist die neue Aufnahme von Björn Schmelzer mit dem Ensemble Graindelavoix. Sie stellt einen wegweisenden Vorstoß zu einer anderen Art historischer Aufführungspraxis dar. Man könnte das hermeneutische Konzept wie folgt beschreiben: Man weiß wenig über die Aufführungspraxis des fünfzehnten Jahrhunderts. Die Musik steht in dieser Zeit in vielen Mitteln noch am Anfang. Also kann vielleicht die authentischste Aufführung erreicht werden, wenn so weit als möglich verbildete ästhetische Vorurteile zurückgewiesen werden, und stattdessen mehr einer ursprünglichen Musikalität vertraut. Das Ensemble "Graindelavoix" ist aus Sängern verschiedener musikalischer Stile zusammengesetzt, besteht unter anderem aus Ethnomusikern und klassisch ausgebildeten Sängern.Warum auch sollte man davon ausgehen, daß im 15. Jahrhundert alle Sänger ihre Stimmen nach der Operntradition geübt hätten? Die Sänger haben weiter die Anweisung, nicht zu sehr auf die anderen Stimmen zu hören, eine künstliche Homogenität zu bewirken, sondern sich ganz darauf zu konzentrieren, die eingene Stimme auszusingen. Dabei sind freiimprovisierte Verzierungen erlaubt. Der Sänger kann auch seine Stimme in unterschiedlicher Weise einsetzen, kehlig, voll, nasal - die Veränderung der Klangfarbe erschließt eine Dimension individueller Ausdrucksfindung, und trägt zur Intensität und Organik des Gesamtklangs bei. Dabei nutzt das Ensemble auch den Klangkörper einer gotischen Kirche. Bei der Aufnahme sind die Mikrophone weit genug von den Sängern entfernt positioniert, daß der Raum das Seine zum Resultät beiträgt, und symphonische Klangmischungen entstehen, die der Musik räumlichen Charakter verleihen. Die Messätze sind jeweils von ebenso frei interpretierten Chorälen umrahmt. Insgesamt mag der Interpretation etwas von der Vornehmheit und gestischen Anmut fehlen, die Ockeghems Kompositionen eigen ist. Dennoch stellt diese Aufnahme in ihrer pulsierenden Klangfülle, ihrer überzeugenden Musikalität und emotionalen Geladenheit vielleicht eine der beeindruckendsten Einspielungen alter Kirchenmusik dar. Während gerade bei Ockeghem Aufführungen oft maniriert, unnatürlich klingen, ist Björn Schmelzer eine sehr selbstverständliche Interpretation gelungen, die kontemplive Qualitäten ebenso berücksichtigt, wie die monumentale Mächtigkeit und rethorische Kraft des Werkes. Und nicht zuletzt werden jene Züge Ockeghemscher Kirchenmusik erlebbar, die Györgi Ligeti zu seinen Kontinuumskompositionen inspiriert haben mögen.
Friedrich Hausen
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Jachet de Mantoue, Lamentationes Jeremiae Michael Londsdale, Goldberg Magazine
On the back of the booklet of this recording are quoted my own words, published in Goldberg, concerning my wish that the Ensemble Jacquet de Mantoue’s first disc would be the first of many. Here I have my wish not only fulfilled, but my cup runneth over! Not only has the Ensemble chosen to record Jacquet’s beautiful Lamentations for Holy Week, but in addition the texts are superbly read in French by the actor Michael Lonsdale (I suspect that most British readers will recall him best from The Day of the Jackal). These come from the French translation of the Latin Bible (but with reference to the Greek) made by Jacques Lefèvre d’Etaples, published in Antwerp in 1530, and their stark beauty complements what one might call the "austere elaboration" of Jacquet’s music extremely well. Ganze Besprechung lesen
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Prioris, Missa pro defunctis Joris Verdin, Goldberg Magazine
This generous album, a well thought-out programme built with intelligence and sensitivity around two balanced halves, contains much more than the Missa pro defunctis by Johannes Prioris (c. 1460-1512/1514). The first part, entitled Vita, introduces the listener to beautiful motets in honour of the Virgin Mary; the second, Mors, is devoted to the Requiem.
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Dufay in Italien
Jerome F. Weber, Goldberg Magazine:
Dufay’s travels in Italy lasted almost 20 years and brought him to several important positions. This program takes several manuscripts that give evidence of his presence and lets us hear the music of the era. The manuscripts also include music of his contemporaries, so single works of Prepositus Brixiensis, Bartholomeus de Bononia, Bertrandus Ferraguti and Antonio da Cividale are included among the motets and other pieces of Dufay. Bartholomeus and Antonio are represented on an Orlando Consort disc and some earlier Arcana discs, but apart from those pieces there seem to be no recordings of these four composers or any of these works. Ganze Besprechung lesen
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